Türkiye Cumhuriyeti

Bregenz Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Die Rede des Herrn Generalkonsuls Ayhan Enginar zum Empfang anlässlich des Nationalfeiertages , 29.10.2013

Landesrat Erich Schwärzler, Freunde aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, unsere jungen Gäste, Damen und Herren, seien Sie herzlichst willkommen zum Empfang anlässlich unseres Nationalfeiertages.

Ich wünsche Ihnen allen einen fröhlichen 90. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik. Wie ein mythologischer Simurgh, feiern wir heute die Wiedergeburt unseres Landes aus der eigenen Asche als ein jüngeres, dynamischeres und stärkeres Land nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches. Auf dass wir noch viele dieser Jubiläen mit solch Freude und Stolz feiern können.

Die Entwicklung unserer Republik in diesen 90 Jahren ist eine Erfolgsgeschichte, die auch anderen Ländern als Vorbild dienen könnte. Aus einer unterentwickelten, theokratischen und willkürlichen Monarchie haben wir einen demokratischen, säkularen und sozialen Rechtsstaat geschaffen. Unser Land hat mit Erfolg einen großen Entwicklungsprozess absolviert. Nicht nur in der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch in sozialen Bereichen wie der Senkung der Analphabetenquote bis hin zur Gleichberechtigung der Geschlechter haben wir große Erfolge erzielt und eine soziale Transformation erreicht. Wir nennen dies die Türkische Revolution.

Die heutige Türkische Republik ist ein junges und dynamisches Land mit 15 Millionen Schülern in der Primar- und Sekundarausbildung und einer Million Universitätsstudenten. Wir gehören weltweit zu den 16 größten Wirtschaftsländern und zu den 6-7 größten Europas. Die Türkei ist Mitglied aller führender internationaler Organisationen. Die Hauptquartiere einiger dieser Organisationen befinden sich in der Türkei, einige von ihnen unter der Leitung von Türken in Spitzenpositionen. Ich kann an dieser Stelle die Vereinten Nationen, die NATO, den Europarat, die Organisation islamischer Zusammenarbeit und den Kooperationsrat türkischsprachiger Staaten nennen.

Geschätzte Gäste,
Das Osmanische Reich und die Österreichisch-Ungarische Monarchie waren im ersten Weltkrieg Alliierte. Die Türkische Republik und die Republik Österreichs sind Verbündete mit tief verwurzelten Beziehungen, zwei starke Wirtschaftsländer, zwei wichtige Handelspartner und zwei große Demokratien.
Mit der Unterzeichnung des Arbeitskraftabkommens vor 50 Jahren haben die Relationen unserer Länder eine neue Dimension erreicht.

Unsere Bürger, die nach Österreich zogen um hier zu arbeiten und zu produzieren, haben ihre Gastarbeiter-Identität der 60er Jahre nun hinter sich gelassen. Nicht nur die Kinder der dritten Generation, sondern auch deren Eltern sind in Österreich geboren und aufgewachsen, und beherrschen die deutsche Sprache ebenso gut wie ihre eigene türkische Muttersprache. Die hier lebende türkische Gemeinde trägt zur weiteren Entwicklung aller Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei bei. Wir teilen den berechtigten Stolz der türkischen Österreicher, welche in diesem Land wichtige Positionen innehaben und große Erfolge gefeiert haben, in den verschiedensten Domänen angefangen bei Politik und Kultur über Sport bis hin zum Handel. Wir als Generalkonsulat und die türkische Republik werden mit aller Kraft diesen Vorgang unterstützen und mir allen Institutionen die Interessen unserer Mitmenschen weiterhin vertreten.

Wir tun unser Bestes damit unsere Bürger hier und in anderen Ländern in Harmonie mit der jeweiligen Gesellschaft leben können, während sie ihre eigene Kultur und Sprache aufrechterhalten. Zwar haben wir in dieser Hinsicht beachtliche Fortschritte gemacht, doch gibt es natürlich noch viel zu tun. Ich hoffe auf zukünftige Zusammenarbeit um diese Themen anzugehen und bald positive Ergebnisse zu sehen.

Meine Damen und Herren,
Die europäischen Türken, welche den sozialen Anteil der Türkisch-Österreichischen Beziehungen ausmachen, sind beiden Ländern aufrichtig verbunden und teilen die Trauer und das Glück beider Länder. Ich glaube, dass betont werden sollte, dass die Türken in Österreich eine Bereicherung für beide Länder darstellen und zu deren Wohlstand beitragen. Auf diese Weise können die Auswirkungen einseitiger und unfairer Argumente auf die Bevölkerung beseitigt werden. Im Sinne der Harmonie ist es sehr wichtig, dass die Menschen sich akzeptiert und gleichberechtigt fühlen. Dazu müssen die hierfür notwendigen Mittel bereitgestellt, und die bereits existierenden Mittel auf die Bedürfnisse abgestimmt verbessert werden. Für diesen Zweck sollten die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Türkei und Österreich intensiver genutzt werden.

Ehrenwerte türkische Gäste,

Sie tragen die wichtige Verantwortung, sich mit der österreichischen Gesellschaft zu integrieren, während Sie Ihre eigenen Werte schützen. Da Sie sich in diesem Land niedergelassen haben, erklären Sie, dass Sie auch die Zukunft Ihrer Kinder in Österreich sehen. Wie rosig diese Zukunft sein wird, hängt direkt mit der Ausbildung Ihrer Kinder zusammen. Der Schlüssel zum Erfolg in der Bildung wie auch im Berufsleben sind fortgeschrittene Deutschkenntnisse.

Die Sprache ist zweifellos ein wichtiger Teil unseres Soziallebens. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ist es unmöglich, die Gastgesellschaft zu verstehen oder ihre Freude und Trauer zu teilen. Sie formen hier Ihre Zukunft. Es ist Ihre Verantwortung zu verstehen was passiert, und ein Teil des Problems und der Lösung zu werden. Heute gibt es in Österreich erfolgreiche Türkisch-Österreichische Politiker auf den verschiedensten Ebenen. Lassen Sie diese Menschen Ihnen eine Quelle des Stolzes und der Inspiration sein.

Bevor ich meine Worte abschließe, möchte ich bekunden, dass ich davon überzeugt bin, dass Sie Ihre Verantwortungen erfüllen werden, um Ihr Leben in Österreich unter besseren Bedingungen fortzusetzen und Ihre Erfolgsgeschichten weiterzuschreiben, ohne dabei die Verbindung zu Ihrer Herkunft zu verlieren.

Liebe Gäste,

Ich möchte hiermit auf den 90. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik, aber auch auf den 58. Jahrestag der österreichischen Republik und auf die glänzende Zukunft Vorarlbergs “Unser Laendle” anstossen.

Vielen Dank!