Türkiye Cumhuriyeti

Bregenz Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Ansprache des Vorarlberger Landesrates anlässlich des Empfangs zur 89. Jahresfeier der Gründung der Türkischen Republik, 29.10.2012

Als erstes darf ich den Gruß und Dank der Vorarlberger Landesregierung überbringen, mit einem ganz besonderen Gruß von Landeshauptmann Markus Wallner, zu Ihrem und unseren, diesem gemeinsamen Festtag. Es ist immer schön, wenn man Tage die ein Land geprägt und es auch verändert haben, nach vielen Jahren gemeinsam mit Stolz feiert. Dieser Stolz ist in der Rede des Generalkonsuls zum Ausdruck gekommen, und vor allem auch die Freude darüber, über lange Zeit in einer Demokratie leben zu können. Wir kennen viele verschiedene Staatsformen, aber wie bereits erwähnt wurde, hat die Türkei sich unter der Demokratie besonders positiv entwickelt. Die wirtschaftliche Entwicklung – das Vorhandensein von Arbeitsplätzen, Möglichkeiten der Bildung. Und trotzdem gab es in der Türkei in all den vergangenen Jahrzehnten auch Armut, die Realität, dass Menschen keine Arbeit hatten und in andere Länder auswandern mussten, um dort zu arbeiten. Ich möchte diesen Ihren, unseren heutigen Festtag auch dazu nutzen, Ihnen Dank zu sagen. Wir sind dankbar in unserem Land Vorarlberg, dass Viele aus der Türkei in unser Ländle gekommen sind, um hier zu arbeiten. Damit haben Sie und Ihre Väter sich ein Stück weit am wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes mitbeteiligt. Es wurde bereits erwähnt, viele Ihrer Väter, Anwesende, sind damals als Gastarbeiter in unser Land gekommen um zu arbeiten, um zuhause wieder etwas Geld zu haben, um gestalten zu können. Und über all diese Jahre hinweg haben diese Gastarbeiter hier eine neue Heimat gefunden, haben die Entscheidung getroffen: Ich will in diesem Land bleiben. Das zeigt schon deutlich dass damals auch ein Vertrauen vorhanden war. Vertrauen in die Arbeit, in das Miteinander, um hier zu bleiben und sagen zu können, dass man hier eine Heimat haben will. Um mit dieser Entscheidung auch hier eine Zukunft zu haben, haben viele ihre Kinder, Frauen, Ehepartner in dieses Land nachgeholt. Selbstverständlich mit Aufrechterhaltung einer eigenen Kultur und Tradition, aber auch mit der klaren Beachtung unserer Gesetze und Werte. Gerade in den vergangenen Jahren haben wir eine sehr positive Entwicklung in der Integrationsfrage erlebt, und ich bin froh sagen zu können, dass dies unser Land auch ganz besonders auszeichnet: Der Umstand, dass wir damals das Integrationsleitbild erarbeitet haben, auch gemeinsam mit vielen Vertretern der türkischen Bevölkerung, und dieses im Vorarlberger Landtag einstimmig beschließen konnten. Das sendet ein wichtiges Signal für das Zusammenleben, ein wichtiges Zukunftssignal für Vorarlberg. Man weiß, es gibt Grundsätze, zu denen bekennt man sich, und bei diesen geht es meistens um Menschen. Wir haben die Verantwortung mit Menschen anständig umzugehen, und ich halte es für wichtig, auch aus Dankbarkeit heraus für die vielen Jahre der Arbeit in unserem Land, dass wir einen gemeinsamen Weg gefunden haben. Es gibt viele, die der Meinung sind, das müsse alles viel schneller gehen. Es muss aber auch klar sein, dass es zur erfolgreichen Integration keinen Lift gibt. Die Frage der Integration ist an und für sich eine Stiege – Stufe für Stufe müssen wir diese gemeinsam gehen. Wir sind gemeinsam auf dem Weg. Die erst neulich durchgeführte TIES-Studie, die erarbeitet wurde für unser Land Vorarlberg, wie auch für andere europäische Staaten, und andere Städte in der Republik Österreich – in dieser Studie kommt deutlich zum Ausdruck, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind.
Ich möchte mich heute auch stellvertretend bei den Gemeinden bedanken, für das Miteinander das in ihnen gepflegt wird, auch bei den diversen Organisationen wie der Arbeiterkammer oder der Wirtschaftskammer, dafür dass deutlich Schwerpunkte gesetzt werden. Dies haben wir auch im Integrationsausschuss des Landtags getan, nämlich definiert, dass es erstens sehr wichtig ist, Ihren Kindern die große Chance zu geben, eine gute Ausbildung bekommen zu können. Diese Möglichkeiten gibt es in Vorarlberg und auch über die Grenzen hinaus, in Form von weiterführenden Studien. Unser Land braucht in Zukunft gut ausgebildete junge Menschen für die Gestaltung unseres Landes, um die Herausforderungen für die Zukunft von Vorarlberg in die Hand zu nehmen. Der zweite Schwerpunkt ist die Frage der Sprache. Ich weiß, die deutsche Sprache zu erlernen ist nicht ganz einfach, schon gar nicht wenn auch die vielen verschiedenen Dialekte dazu kommen. Aber es ist auch sehr wichtig. Ich sage es auch immer wieder gerne bei Anlässen wie Staatsbürgerschaftsverleihungen: Nicht, weil es im Gesetzbuch so steht ist die deutsche Sprache wichtig, sondern für die Jüngeren unter Ihnen – von denen auch heute Abend einige anwesend sind – ist es doch cool, wenn man sich in der Disco perfekt verständigen kann. Ebenso am Arbeitsplatz, auf dem Gemeindeamt, bei der Bezirkshauptmannschaft, und so weiter. Es ist ein großes Kapital, Sprache zu beherrschen, sich verständigen zu können. Es ist aber auch der wichtigste Grundsatz um in einem Miteinander in diesem Land zu leben. In diesem Sinne: Nochmals recht herzlichen Dank für die Einladung, danke auch Ihnen, geschätzte Damen und Herren, für Ihren Beitrag in der Integration in den verschiedenen Organisationen, Institutionen, aber auch in Ihren Vereinen. Sie haben in den letzten zwei bis drei Jahren deutlich gemacht, wie ernst die Frage der Integration genommen wird und wie jeder einen Beitrag dazu leisten kann. Und wir können an und für sich auch gemeinsam stolz sein. Noch nie gab es seit Bestehen unserer Republik Österreich, unseres Heimatlandes Vorarlberg und der jeweiligen Gemeinden eine solange Zeitspanne in der wir in Frieden, Freiheit und Sicherheit haben leben können. Neben der Gesundheit sind Frieden, Freiheit und Sicherheit die höchsten Werte, für die wir einstehen sollten, für die wir tagtäglich auch einen aktiven Beitrag leisten sollten, und wir dürfen uns am heutigen Tag freuen, stolz und glücklich sein, dass wir in Frieden, Freiheit, und Sicherheit leben können. In diesem Sinne – alles, alles Gute für die Zukunft, danke schön.