Türkiye Cumhuriyeti

Bregenz Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Die Rede des Herrn Generalkonsuls Ayhan Enginar zum Empfang anlässlich des nationalen Feiertags am 29. Oktober 2012, 29.10.2012

Sehr geehrter Herr Landesrat Erich Schwärzler, Freunde aus Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft, unsere jungen Gäste, Damen und Herren, seien Sie herzlichst willkommen zum Empfang anlässlich unseres Nationalfeiertages.

Ich wünsche Ihnen allen einen fröhlichen 89. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik. Wir feiern heute die Wiedergeburt aus der eigenen Asche als ein jüngeres, dynamischeres und stärkeres Land nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches. Auf dass wir noch viele dieser Jubiläen mit solch Freude und Stolz feiern können.

Die Entwicklung unserer Republik in diesen 89 Jahren ist eine Erfolgsgeschichte, die auch anderen Ländern als Vorbild dienen könnte. Aus einer unterentwickelten, theokratischen und willkürlichen Monarchie, haben wir einen demokratischen, säkularen und sozialen Rechtsstaat geschaffen.

Unser Land hat mit Erfolg einen großen Entwicklungsprozess absolviert. Nicht nur in der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch in sozialen Bereichen wie der Senkung der Analphabetenquote bis hin zur Gleichberechtigung der Geschlechter, haben wir große Erfolge erzielt und eine soziale Transformation erreicht. Wir nennen dies die Türkische Revolution.

Die heutige Türkische Republik ist ein junges und dynamisches Land mit 15 Millionen Schülern in der Primar- und Sekundarausbildung und einer Million Universitätsstudenten. Wir gehören weltweit zu den 20 größten Wirtschaftsländern und zu den 10 größten Europas.

Die Türkei ist Mitglied aller führender internationaler Organisationen. Die Hauptquartiere einiger dieser Organisationen befinden sich in der Türkei, einige von ihnen unter der Leitung von Türken in Spitzenpositionen. Ich kann an dieser Stelle die Vereinten Nationen, die NATO, den Europarat, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Organisation islamischer Zusammenarbeit und den Kooperationsrat türkischsprachiger Staaten nennen.
Geschätzte Gäste,
Das Osmanische Reich und die Österreichisch-Ungarische Monarchie waren im ersten Weltkrieg Alliierte. Die Türkische Republik und die Republik Österreichs sind Verbündete mit tief verwurzelten Beziehungen, zwei starke Wirtschaftsländer, zwei wichtige Handelspartner und zwei große Demokratien.

Mit der Unterzeichnung des Arbeitskraftabkommens vor 50 Jahren, haben die Relationen unserer Länder eine neue Dimension erreicht.
Ich glaube dass betont werden sollte, dass die Türken in Österreich eine Bereicherung für beide Länder darstellen und zu deren Wohlstand beitragen. Auf diese Weise können die Auswirkungen einseitiger und unfairer Argumente auf die Bevölkerung beseitigt werden.

Unsere Bürger, die vor fast 50 Jahren nach Österreich zogen um hier zu arbeiten und zu produzieren, haben ihre Gastarbeiter-Identität der 60er Jahre nun hinter sich gelassen. Die hier lebende türkische Gemeinde trägt zur weiteren Entwicklung der Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei bei.

Wir teilen den berechtigten Stolz der türkischen Österreicher, welche in diesem Land wichtige Positionen innehaben und große Erfolge gefeiert haben, in den verschiedensten Domänen, angefangen bei Politik und Kultur über Sport bis hin zum Handel.

Wir tun unser Bestes, damit unsere Bürger hier und in anderen Ländern in Harmonie mit der jeweiligen Gesellschaft leben können, während sie ihre eigene Kultur und Sprache aufrechterhalten. Zwar haben wir in dieser Hinsicht beachtliche Fortschritte gemacht, doch gibt es natürlich noch viel zu tun. Ich hoffe auf zukünftige Zusammenarbeit, um diese Themen anzugehen und bald positive Ergebnisse zu sehen.








Meine Damen und Herren,
Im Sinne der Harmonie, ist es sehr wichtig, dass die Menschen sich akzeptiert und gleichberechtigt fühlen. Dazu müssen die hierfür notwendigen Mittel bereitgestellt, und die bereits existierenden Mittel auf die Bedürfnisse abgestimmt verbessert werden.

Es ist offensichtlich, dass die Kommunikationskanäle zwischen Empfänger- und Herkunftsstaat und den Immigranten offen gehalten werden sollten, um besagte Bedürfnisse und Mittel korrekt bestimmen zu können.

Die europäischen Türken, welche den sozialen Anteil der Türkisch-Österreichischen Beziehungen ausmachen, sind beiden Ländern aufrichtig verbunden und teilen die Trauer und das Glück beider Länder.

Ehrenwerte Türkische Freude,
Sie tragen die wichtige Verantwortung, sich mit der österreichischen Gesellschaft zu integrieren, während Sie Ihre eigenen Werte schützen. Indem Sie sich in diesem Land niedergelassen haben, erklären Sie, dass Sie auch die Zukunft Ihrer Kinder in Österreich sehen.

Wie rosig diese Zukunft sein wird, hängt direkt mit der Ausbildung Ihrer Kinder zusammen. Der Schlüssel zum Erfolg in der Bildung wie auch im Berufsleben, sind fortgeschrittene Deutschkenntnisse.

Die Sprache ist zweifellos ein wichtiger Teil unseres Soziallebens. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ist es unmöglich, die Gastgesellschaft zu verstehen oder ihre Freude und Trauer zu teilen.

Sie formen hier Ihre Zukunft. Es ist Ihre Verantwortung zu verstehen was passiert, und ein Teil des Problems und der Lösung zu werden. Heute gibt es in Österreich erfolgreiche Türkisch-Österreichische Politiker auf den verschiedensten Ebenen. Lassen Sie diese Menschen Ihnen eine Quelle des Stolzes und der Inspiration sein.




Unsere Jugendlichen und Kinder sollten neben gutem Deutsch auch gutes Türkisch beherrschen. Generationen, die zweisprachig aufwachsen, können im Laufe ihres Lebens von mehr Möglichkeiten profitieren.

Bevor ich meine Worte abschließe, möchte ich bekunden, dass ich davon überzeugt bin, dass Sie Ihre Verantwortungen erfüllen werden, um Ihr Leben in Österreich unter besseren Bedingungen fortzusetzen und Ihre Erfolgsgeschichten weiterzuschreiben, ohne dabei die Verbindung zu Ihrer Herkunft zu verlieren.

Liebe Gäste,
Ich stoße an auf die glänzende Zukunft der Türkischen Republik, der Republik Österreichs und Vorarlberg “Unser Land”.

Vielen Dank.